Grundlegende Änderungen für Gewerbeimmobilien

Wenn es um Gewerbeimmobilien geht, wird es viele grundlegende Änderungen geben. Manche davon sind so einschneidend, dass sich das bekannte Gesicht der Nutzung grundlegend verändern wird.

Man muss mit der Zeit gehen, heißt es in fast allen Bereichen der Wirtschaft. Neues probieren, Altes auf den Prüfstand stellen – gegebenenfalls adaptieren oder gleich über Bord werfen. Mittlerweile scheint es aber eher so, als würde die Zeit mit einem gehen. Manchen macht das Angst, andere sehen Potenziale darin. So wie es etwa der Schriftsteller Victor Hugo ausgedrückt hatte: “Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.” Die technischen Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre waren so rasant dass sich auch die Nutzung von Gewerbeimmobilien zum Teil grundlegend ändert. Das ist für Entwickler und auch für Investoren eine Herausforderung. Die Fragen: Einerseits, wie baue ich die Immobilie, damit sie auch lanfristig genutzt werden kann? Andererseits: Kann ich mit ihr in zehn oder 20 Jahren immer noch Geld verdienen? Für die Immobilie selbst ist die Frage einfacher zu beantworten – sie muss flexibel sein, um nicht nur heutige, sondern auch zukünftige Trends bei Arbeit, Gewerbe, Retail und Logistik abfedern zu können. Schwieriger ist das mit der Lage. Zu viele Komponenten – Stadtentwicklung, Zuzug, Einkaufsverhalten etc. – spielen da zusammen. Klar ist: Ohne Frequenz/Erreichbarkeit wird keinen Blumentopf gewinnen.

Gruppenbüros im Trend

Kaum eine Assetklasse hat in den vergangenen 20 Jahren eine so tiefgreifende Veränderung erlebt wie der Office-Sektor. Einzelzellen, bei dem jeder Mitarbeiter sein eigenes Bürokammerl hat, sind lange out. Danach kamen Großraumbüros – die waren aber für die Mitarbeiter so nervig, dass auch diesen mittlerweile keine Zukunft beschieden wird. Also Gruppenbüros.

Nur: Das reicht nicht. Die Arbeit selbst hat sich verändert. Man ist nicht mehr an seinen Arbeitsplatz gebunden, kann Tätigkeiten überall, wo man Internetzugriff hat, durchführen. Damit auch ein Wandel der Unternehmenskultur: Mehr Kommunikation, mehr Interaktion, mehr Corporate Identity für das Unternehmen. Stefan Wernhart, Leiter Büroimmobilien bei EHL, prognostiziert: “Folgende Faktoren werden sich auf die Nachfrage auswirken: die mobile Arbeitsweise und flexible Arbeitsplatzkonzepte sowie eine Optimierung der Work-Life-Balance.” Die Immofinanz hat seit dem Vorjahr die Vorgaben aus der Arbeitswelt in die Marke “MyHive”, zu Deutsch “Mein Bienenstock”, gegossen. Christian Traunfellner, verantwortlich für die zur Immofinanz gehörenden Büroimmobilien in Österreich, erklärt das Konzept: “My-

Hive basiert auf drei Parametern: Freundliches Design, eine gute Infrastruktur, die auch Cafés, Restaurants und Ruheräume beinhaltet, sowie Gemeinschaft, also dass Menschen miteinander interagieren können.” Der Arbeitsplatz wird zunehmend als Lebensraum wahrgenommen. Vor dem Launch der Marke habe man Nutzerumfragen gestartet, die in einem fertigen Konzept gemündet sind. Auch der Flughafen Wien baut massiv aus: Bis 2020 soll der Office Park 4 mit 20.000 m² zusätzlichen Büroflächen in Betrieb gehen – und “Brexit-Flüchtlingen” Platz bieten.

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